Wer abnehmen will, kämpft selten gegen das Essen – sondern gegen den Hunger. Genau dort setzt ein neues endoskopisches Verfahren an: Bei der gastralen Mukosa-Ablation (hydroGMA) wird die oberste Schleimhautschicht des Magens sanft verödet, in der das Hungerhormon Ghrelin gebildet wird. Ganz ohne Operation. Wie das funktioniert, für wen es infrage kommt und was es realistisch leisten kann: ein verständlicher Überblick.
„Der ständige Hunger ist keine Charakterschwäche, sondern Hormonwirkung. Wenn wir die Ghrelin-Produktion senken, nehmen wir vielen Menschen genau den Gegner ab, an dem bisher jede Diät gescheitert ist.“ Dr. med. Oliver Scheffel — Adipositas- und metabolische Chirurgie, Weight Doctors® NATIONALKLINIK im Bürgerspital Wertheim Ob wir Hunger spüren, entscheidet nicht der Wille, sondern ein fein austariertes Hormonsystem. Eine zentrale Rolle spielt Ghrelin – oft „Hungerhormon“ genannt. Es wird zu einem großen Teil in der Schleimhaut des oberen Magens gebildet und meldet dem Gehirn: Zeit zu essen. Steigt der Ghrelin-Spiegel, wachsen Appetit und Heißhunger; sinkt er, stellt sich schneller ein Sättigungsgefühl ein. Genau dieses System arbeitet bei vielen Menschen mit starkem Übergewicht gegen jede Diät: Wer weniger isst, bei dem steigt die Ghrelin-Ausschüttung – der Körper wehrt sich gegen den Gewichtsverlust. Das erklärt, warum Abnehmen mit reiner Willenskraft so oft scheitert und das Gewicht nach Diäten zurückkehrt. Es ist Biologie, keine Disziplinfrage. Wichtig zu wissen: hydroGMA ist kein Magenballon und keine Magenverkleinerung. Es wird nichts eingesetzt und nichts entfernt – die Größe und Anatomie des Magens bleiben vollständig erhalten. Die Behandlung verändert allein die hormonelle Signalgebung. Die gastrale Mukosa-Ablation erfolgt im Rahmen einer Magenspiegelung, in Sedierung oder Kurznarkose – Sie spüren von der Behandlung nichts. Ein Gastroskop wird über den Mund in den Magen geführt, äußere Schnitte gibt es nicht. Zunächst wird unter der obersten Schleimhautschicht ein Flüssigkeitspolster angelegt – das „hydro“ im Namen. Dieses Wasserkissen hebt die Schleimhaut an und schützt die tieferen Wandschichten des Magens während der gesamten Behandlung. Anschließend wird die oberste Schleimhautschicht in den Bereichen, in denen besonders viele Ghrelin-bildende Zellen sitzen, kontrolliert verödet – großflächig, aber oberflächlich. Die Magenschleimhaut heilt in den folgenden Wochen von selbst ab und erneuert sich. Die Zahl der aktiven Ghrelin-Zellen sinkt – und damit die Hormonproduktion: weniger Hunger, schnellere Sättigung. Die Behandlung wird ambulant durchgeführt oder erfordert nur einen kurzen stationären Aufenthalt. Nach dem Eingriff kann vorübergehend ein Druckgefühl auftreten; in der Regel sind Sie schnell wieder im Alltag. Da die Ghrelin-produzierenden Zellen mit der Zeit teilweise wieder einwachsen können, lässt sich die Behandlung bei Bedarf wiederholen. hydroGMA ist ein wirksames Werkzeug, aber kein Wundermittel. Realistisch ist nach heutigem Kenntnisstand eine Gewichtsabnahme von etwa 10 bis 20 Prozent des Ausgangsgewichts – abhängig von Ausgangslage, Stoffwechsel und davon, wie gut es gelingt, die hungerärmere Zeit für neue Ess- und Bewegungsgewohnheiten zu nutzen. Die Ergebnisse sind individuell verschieden. Deshalb ist die Behandlung bei uns immer Teil eines Gesamtkonzepts mit ärztlicher Begleitung und Ernährungsberatung: Die Ablation senkt den Hunger – die dauerhafte Veränderung entsteht in den Monaten danach. Für Menschen mit sehr stark ausgeprägter Adipositas kann ein chirurgischer Eingriff die wirksamere Lösung sein; hydroGMA lässt sich zudem mit einer Magenverkleinerung kombinieren, wenn das medizinisch sinnvoll ist. Das Bürgerspital Wertheim ist als Weight Doctors® NATIONALKLINIK auf die Behandlung von starkem Übergewicht spezialisiert – endoskopisch wie chirurgisch. Diese Bandbreite ist bei einem Verfahren wie hydroGMA ein echter Vorteil: Wir empfehlen nicht die eine Methode, die wir anbieten, sondern die, die zu Ihrer Situation passt – von der Mukosa-Ablation über endoskopische Verfahren bis zur Adipositaschirurgie, eingebettet in die Infrastruktur eines vollwertigen Krankenhauses. Die Beratung beginnt mit einer gründlichen Untersuchung und einem offenen Gespräch über Ziele und Erwartungen. Mehr über unser Adipositaszentrum erfahren Sie hier – eine ausführliche Darstellung des Verfahrens finden Sie auf der Behandlungsseite von Weight Doctors® hydroGMA. „Wir setzen hydroGMA dort ein, wo es wirklich passt – und sagen auch ehrlich, wenn ein anderer Weg der bessere ist. Genau dafür gibt es die Nationalklinik: alle Optionen an einem Ort.“ Dr. med. Oliver Scheffel — Adipositas- und metabolische Chirurgie, Weight Doctors® NATIONALKLINIK im Bürgerspital Wertheim In einem unverbindlichen Beratungsgespräch klären wir, ob die gastrale Mukosa-Ablation für Sie geeignet ist – und welche Alternativen es gibt. Nein. Die gastrale Mukosa-Ablation erfolgt endoskopisch im Rahmen einer Magenspiegelung – ohne Schnitte, ohne Narben. Es wird nichts entfernt und nichts eingesetzt; die Anatomie des Magens bleibt vollständig erhalten. Die Behandlung findet in Sedierung oder Kurznarkose statt – Sie spüren davon nichts. Danach kann für einige Tage ein Druck- oder Völlegefühl auftreten, das in der Regel von selbst abklingt. Die Behandlung wird ambulant durchgeführt oder erfordert nur einen kurzen stationären Aufenthalt. Die meisten Patientinnen und Patienten sind bereits am Folgetag wieder in ihrem gewohnten Alltag. Realistisch ist eine Gewichtsabnahme von etwa 10 bis 20 Prozent des Ausgangsgewichts. Das Ergebnis hängt von der Ausgangslage und davon ab, wie konsequent die hungerärmere Zeit für neue Ess- und Bewegungsgewohnheiten genutzt wird – die Ergebnisse sind individuell verschieden. Ein Magenballon füllt den Magen mechanisch aus und wird nach einigen Monaten wieder entfernt. hydroGMA setzt dagegen an der Hormonproduktion an: Es wird nichts eingesetzt, der Magen bleibt unverändert – gesenkt wird die Bildung des Hungerhormons Ghrelin. Die behandelte Schleimhaut erneuert sich, und ein Teil der Ghrelin-produzierenden Zellen kann mit der Zeit wieder einwachsen. Sollte das Hungergefühl nach längerer Zeit wieder zunehmen, kann die Behandlung wiederholt werden. Entscheidend für den langfristigen Erfolg sind die Gewohnheiten, die in der hungerärmeren Phase aufgebaut werden. Bei sehr stark ausgeprägter Adipositas oder bestimmten Vorerkrankungen kann ein chirurgisches Verfahren die wirksamere und nachhaltigere Lösung sein. Ob hydroGMA für Sie infrage kommt, klären wir in einer gründlichen ärztlichen Untersuchung und Beratung. hydroGMA ist in der Regel keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Kosten sowie mögliche Finanzierungswege besprechen wir transparent und verbindlich in Ihrem Beratungsgespräch.
In 20 Sekunden verstanden
Warum Hunger das Abnehmen so schwer macht
Wie die Behandlung abläuft – Schritt für Schritt
1. Schützendes Wasserkissen
2. Schonende Verödung
3. Natürliche Erneuerung
Magenspiegelung, keine Schnitte
Sedierung oder Kurznarkose
Ambulant oder kurzstationär
Magen bleibt unverändertWas hydroGMA leisten kann – und was nicht
hydroGMA in der Weight Doctors® NATIONALKLINIK
Abnehmen ohne OP – ist hydroGMA etwas für Sie?
FAQ – hydroGMA: häufige Fragen an unsere Adipositasmedizin


